Gyn-Depesche 2/2018

PMS

Wirksamkeit von Mönchspfeffer überbewertet?

Zur pflanzlichen Behandlung des prämenstruellen Syndroms (PMS) wird häufig Mönchspfeffer empfohlen. Eine niederländische Arbeitsgruppe führte eine Metaanalyse durch, um Wirksamkeit, Sicherheit und Akzeptanz des Heilkräuterextrakts zu bestimmen.

In medizinischen Datenbanken fanden sich 14 randomisiert-kontrollierte Studien, in denen Mönchspfeffer (botanisch Vitex agnus castus) zur Behandlung des PMS oder der prämen- struellen dysphorischen Störung (PMDD) über mindestens zwei Zyklen eingesetzt und mit Plazebo, Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Pflanzenextrakten verglichen wurde. In 13 fand sich ein positiver Effekt der Mönchspfeffer- Therapie.
Allerdings kritisierten die Review-Autoren das hohe Bias-Risiko fast aller Studien. Auch die Studienqualität genügte nicht den Anforderungen: Nur in zwei Fällen bewerteten sie sie als moderat, ansonsten als gering. Der gepoolte Effekt der Mönchspfefferextrakte erwies sich im Vergleich zu Plazebo zwar als hoch. Dies sei jedoch mit extremer Vorsicht zu interpretieren, warnten die Autoren, da sich zwischen den Studien große Unterschiede ergaben. Einzelne Faktoren, die diese Heterogenität erklären könnten, ließen sich nicht identifizieren. Zudem fanden sich Hinweise auf Publikations- Bias, das heißt, kleine Studien mit großer Effektgröße waren überrepräsentiert.
Insgesamt halten die Autoren der Studie die Wirksamkeit von Mönchspfeffer zur Behandlung von prämenstruellen Symptomen für nicht ausreichend belegt. Nichtsdestotrotz kann man einen Therapieversuch ihrer Ansicht nach erwägen, und zwar dann, wenn orale Kontrazeptiva oder SSRI kontraindiziert sind oder aus anderen Gründen nicht infrage kommen. CW

Quelle:

Verkaik S et al.: The treatment of premenstrual syndrome with preparations of Vitex agnus castus: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 150-66



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