Nikotinabusus in der Schwangerschaft | Gyn-Depesche 4/2018

Zigaretten der Väter in spe im Fokus

Rauchen ist ein „modifizierbarer“ Risikofaktor in der Schwangerschaft. Aber es geht nicht nur um die Schwangere, sondern auch um das Rauchverhalten des Vaters in spe.

Im Rahmen der Studie befragte man 486 gesunde Schwangere in Südspanien sowie ihre Partner zum Rauchverhalten vor und während der Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft gaben 62% der Frauen das Rauchen auf. Die Rate an Raucherinnen nahm von 36% vor der Konzeption signifikant ab auf 14, 12 bzw. 12% während der drei Trimester. Die Partner der Schwangeren interessierte die Schwangerschaft zumindest bezüglich des Rauchverhaltens hingegen kaum: 38% rauchten vor, ca. 32% während der Schwangerschaft ihrer Partnerin. Es fand sich eine klare Assoziation zwischen dem Rauchverhalten der Schwangeren und ihrer Partner: Frauen, deren Partner rauchten, gaben zu 74% seltener selbst das Rauchen während der Schwangerschaft auf. Man sollte bei der Beratung Schwangerer daher auf jeden Fall auch das Rauchverhalten des Partners ansprechen und diesem ggf. Angebote zum Rauchstopp machen. Besonders Schwangere mit Übergewicht und zurückliegenden Fehlgeburten sollte man im Fokus haben. Übrigens ist der Qualm eines im gleichen Haushalt lebenden Partners die größte Quelle von Passivrauch für Mutter und Kind. CB


Quelle:

Román-Gálvez RM et al.: Partner smoking influences whether mothers quit smoking during pregnancy: a prospective cohort study. BJOG 2018; 125: 820-7

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