Gyn-Depesche 6/2017

Präeklampsie und ASS

Empfehlung mit Effekt?

Im September 2014 sprach die US-Präventionsbehörde USPSTF eine Empfehlung für ASS zur Verhinderung der Präeklampsie für Schwangere mit erhöhtem Risiko aus. Nun wurde analysiert, ob diese Empfehlung tatsächlich etwas bewirkte. Ja, lautete das Ergebnis, welches man aber durchaus kritisch hinterfragen muss, denn die eigentlich spannende Aussage der Studie liest man eher zwischen den Zeilen.

Die retrospektiv untersuchte Kohorte bestand aus über 17 000 Entbindungen zweier Krankenhäuser in den Jahren 2011 bis 2016. Man bildete zwei Gruppen: Schwangerschaft vor oder nach der USPSTF-Empfehlung (US Preventive Services Task Force).
417 Frauen hatten anamnestisch eine Präeklampsie erlitten, 284 vor und 133 nach der Empfehlung, bei Präeklampsierisiko niedrig dosiertes ASS präventiv einzunehmen. Das Risiko eines Präeklampsie-Rezidivs sank im Verlauf der Beobachtung demnach um 30%.
Ob allerdings dieser Rückgang der Rezidiv- Inzidenz tatsächlich auf eine ASS-Einnahme und somit auf die Empfehlung zurückzuführen ist, ist gar nicht klar. Denn es konnte in der Studie nicht ausgewertet werden, ob und wie zuverlässig die Frauen ASS überhaupt eingenommen hatten.
Etwa 70% der Frauen der Kohorte waren hispanischer Abstammung. Das war in vorhergehenden Studien, die keinen ASS-Effekt auf die Präeklampsie fanden, nicht der Fall. Daher mutmaßen die Autoren, dass man vielleicht einer ethnischen Variabilität des ASS-protektiven Effektes auf Präeklampsie-Rezidive auf die Spur gekommen sein könnte. CB

Quelle:

Tolcher MC et al.: Impact of USPSTF recommendations for ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 365.e1-8



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