Gyn-Depesche 6/2017

Jahre nach der Entbindung ...

In der Psyche bleiben Spuren zurück

Eine Entbindung ist eine einschneidende Lebenserfahrung. Die Erinnerung daran kann positiv oder negativ besetzt sein. Dieser Nachhall ist noch nach vielen Jahren nicht verklungen.

Bisherige Untersuchungen zu den Entbindungserfahrungen beschränkten sich meist auf die unmittelbare postpartale Phase. Man wusste aber schon, dass negative Erlebnisse zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen oder eine postpartale Depression begünstigen können. Die Erfahrung spricht außerdem dafür, dass in solchen Fällen das Intervall bis zur nächsten Schwangerschaft verlängert ist und weniger Entbindungen folgen.
Eine Arbeitsgruppe aus Baltimore, Maryland, hatte die Gelegenheit, die langfristigen Folgen günstiger wie ungünstiger Entbindungsereignisse zu untersuchen. Dazu dienten die Daten einer Studie, bei der es primär um Beckenboden-Probleme nach Entbindungen ging. 576 Frauen wurden 10,1 bis 17,5 Jahre postpartal befragt (mittels Salmon scale).
Frauen, die vaginal entbunden wurden, gaben eine höhere Zufriedenheit und weniger Distress an als solche mit Sectio. Im Falle einer Schnittentbindung waren die Distress-Scores am niedrigsten, wenn der Eingriff vor Einsetzen der Wehen durchgeführt wurde. Bei vaginaler Entbindung war eine operative Intervention mit schlechteren Scores verbunden.
Bei den gewonnenen Daten handelt es sich um Tendenzen; die Reaktion der einzelnen Frauen lässt sich nicht sicher vorhersagen. CW

Quelle:

Bossano CM et al.: The maternal childbirth ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 342.e1-8



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