Gyn-Depesche 6/2017

Endometriose

Stillen wirkt präventiv

Kann der Entstehung einer Endometriose durch Stillen vorgebeugt werden? Dieser Frage sind Wissenschaftler aus Boston nachgegangen. Ihre Hypothese: Langes Stillen schützt durch die Induktion einer Amenorrhoe sowie durch eine Veränderung des hormonellen Milieus vor dieser Erkrankung.

Es wurden die Daten von 72 394 Frauen, die zwischen 1989 und 2011 an der Nurses‘ Health Study II teilgenommen und mindestens eine Schwangerschaft ≥6 Monate ausgetragen hatten, analysiert.

Bei 3296 Teilnehmerinnen war im Studienzeitraum laparoskopisch eine Endometriose diagnostiziert worden. Sowohl die kumulative Gesamtdauer des Stillens als auch die Dauer des ausschließlichen Stillens (ohne Zufüttern) hatte einen signifikanten Endometriose-protektiven Effekt. So wiesen beispielsweise diejenigen Frauen, die in ihrem Leben 36 Monate oder länger gestillt hatten, ein um 40% geringeres Erkrankungsrisiko auf als diejenigen Frauen, die kürzer als einen Monat gestillt hatten. Frauen, die 18 Monate oder länger ausschließlich gestillt hatten, wiesen ein um 27% geringeres Erkrankungsrisiko auf als Frauen, die nie ausschließlich gestillt hatten. Pro Schwangerschaft errechnete sich für je drei Monate zusätzliche Gesamtstillzeit bzw. ausschließliches Stillen eine Risikoabnahme um 8% bzw. 14%. Auch die Dauer der postpartalen Amenorrhoe erwies sich als protektiv: Im Gegensatz zu nicht-amenorrhoischen Frauen nahm das Endometrioserisiko bei einer sechs- bis zwölfmonatigen postpartalen Amenorrhoe um 42% ab.

Der Effekt kommt wohl einerseits durch die postpartale Amenorrhoe, andererseits aber auch durch einen davon unabhängigen Mechanismus zustande. LO


Quelle:

Farland LV et al.: History of breast feeding and risk of incident endometriosis: prospective cohort study. BMJ 2017; 358: j3778. doi: 10.1136/bmj.j3778.



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