| Gyn-Depesche 8/2005

Adipositas - Problem in der gynäkologischen Praxis

Die Adipositas gilt als eigenständige, chronische Erkrankung; eine ärztliche Behandlung ist indiziert. Wegen der hormonellen Aktivitäten des Fettgewebes spielt die Adipositas bei einigen gynäkologischen Erkrankungen eine wesentliche Rolle, weshalb die Therapie der Adipositas ein fester Bestandteil der frauenärztlichen Praxis darstellt. Die Behandlung umfasst die Beratung hinsichtlich einer Ernährungsumstellung, Verhaltens- und Bewegungstherapie, gegebenenfalls auch eine pharmakologische oder sogar chirurgische Intervention, so Dr. Bernd Kleine-Gunk, Fürth, auf einem Fortbildungskolleg der Gyn-Depesche in Hamburg. Durch die bei adipösen Patientinnen bestehende Hyperöstrogenämie treten häufig hormonelle Dysfunktionen auf. So werden Zyklusstörungen, die zur Sterilität führen können, schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen wie der Gestationsdiabetes oder die schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, und maligne Erkrankungen wie Endometrium- oder Mammakarzinom deutlich öfter beobachtet als bei normalgewichtigen Frauen. Bereits eine Reduktion des Ausgangsgewichts um 10% oder 2 BMI-Punkte ist als guter Erfolg zu werten. Entscheidend ist die langfristige Stabilisierung der Gewichtsreduktion. Die Grundlage jeder Adipositas-Therapie ist eine Umstellung der Ernährung. Von einer radikalen Kalorienreduktion ist jedoch abzuraten. Ernährungsphysiologisch empfehlenswert sind Diäten, die auf dem Prinzip der "kalorienreduzierten Mischkost" (z. B. von PreCon) basieren. Diese Diäten verfügen über eine ausgewogene Nahrungszusammensetzung und enthalten rund 800 bis 1200 kcal pro Tag. Kontrovers diskutiert wird zur Zeit, ob eine eher fett- oder kohlenhydratreduzierte Kost bevorzugt werden sollte. Entscheidend für den Erfolg ist die begleitende Ernährungsberatung, die zu einer langfristigen Umstellung des Essverhaltens der Patientin führt. Sie stellt auch immer eine Verhaltenstherapie dar und sollte nicht mit rigiden Verboten, sondern mit flexiblen Kontrollmechanismen arbeiten. Ein unverzichtbarer Bestandteil der erfolgreichen Adipositas-Therapie ist auch die Bewegungstherapie, bei der die regelmäßige, langfristige Steigerung des Gundumsatzes durch den Aufbau zusätzlicher stoffwechselaktiver Magermasse im Vordergrund steht. Pharmakotherapie und Chirurgie sollten nur dann erwogen werden, wenn andere Maßnahmen versagen.

Die Adipositas gilt als eigenständige, chronische Erkrankung; eine ärztliche Behandlung ist indiziert. Wegen der hormonellen Aktivitäten des Fettgewebes spielt die Adipositas bei einigen gynäkologischen Erkrankungen eine wesentliche Rolle, weshalb die Therapie der Adipositas ein fester Bestandteil der frauenärztlichen Praxis darstellt. Die Behandlung umfasst die Beratung hinsichtlich einer Ernährungsumstellung, Verhaltens- und Bewegungstherapie, gegebenenfalls auch eine pharmakologische oder sogar chirurgische Intervention, so Dr. Bernd Kleine-Gunk, Fürth, auf einem Fortbildungskolleg der Gyn-Depesche in Hamburg. Durch die bei adipösen Patientinnen bestehende Hyperöstrogenämie treten häufig hormonelle Dysfunktionen auf. So werden Zyklusstörungen, die zur Sterilität führen können, schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen wie der Gestationsdiabetes oder die schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, und maligne Erkrankungen wie Endometrium- oder Mammakarzinom deutlich öfter beobachtet als bei normalgewichtigen Frauen. Bereits eine Reduktion des Ausgangsgewichts um 10% oder 2 BMI-Punkte ist als guter Erfolg zu werten. Entscheidend ist die langfristige Stabilisierung der Gewichtsreduktion. Die Grundlage jeder Adipositas-Therapie ist eine Umstellung der Ernährung. Von einer radikalen Kalorienreduktion ist jedoch abzuraten. Ernährungsphysiologisch empfehlenswert sind Diäten, die auf dem Prinzip der "kalorienreduzierten Mischkost" (z. B. von PreCon) basieren. Diese Diäten verfügen über eine ausgewogene Nahrungszusammensetzung und enthalten rund 800 bis 1200 kcal pro Tag. Kontrovers diskutiert wird zur Zeit, ob eine eher fett- oder kohlenhydratreduzierte Kost bevorzugt werden sollte. Entscheidend für den Erfolg ist die begleitende Ernährungsberatung, die zu einer langfristigen Umstellung des Essverhaltens der Patientin führt. Sie stellt auch immer eine Verhaltenstherapie dar und sollte nicht mit rigiden Verboten, sondern mit flexiblen Kontrollmechanismen arbeiten. Ein unverzichtbarer Bestandteil der erfolgreichen Adipositas-Therapie ist auch die Bewegungstherapie, bei der die regelmäßige, langfristige Steigerung des Gundumsatzes durch den Aufbau zusätzlicher stoffwechselaktiver Magermasse im Vordergrund steht. Pharmakotherapie und Chirurgie sollten nur dann erwogen werden, wenn andere Maßnahmen versagen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?