Modell Schaf-Fetus | Gyn-Depesche 5/2019

Auf dem Weg zur künstlichen Plazenta

Trotz Fortschritte wie der pränatalen Steroid- Gabe und die Surfactant- Applikation ist die Prognose extrem frühgeborener Feten schlecht. Viel Hoffnung liegt nun auf der präklinischen Forschung.
Eines der hartnäckigsten Probleme besteht darin, dass die Atem und Kreislauf unterstützenden Apparaturen immer noch zu wenig kompatibel mit dem unterentwickelten kardiopulmonalen System der frühen Feten sind. Eine australische Arbeitsgruppe versuchte nun, eine Plattform zu entwickeln, die bei unreifen Schaf-Feten (in einem Stadium, das der 24. SSW beim Menschen entspricht) die funktionell unreife Lunge durch einen Membran-Oxygenator ersetzt.
Für die Studie wurden Einlings-Feten von acht Mutterschafen nach 95 Tagen Trächtigkeit durch chirurgische Entbindung gewonnen (normal: 150 Tage). Die Feten wurden in der künstlichen Uterusumgebung für 120 Stunden gehalten. Neun Kontrollschafe wurde nach 100 Tagen Trächtigkeit eingeschläfert, um einige Parameter unter normalen Umständen zu erheben. Sieben der acht Ex-vivo-Feten zeigten während der Beobachtungszeit eine unauffällige Entwicklung im Vergleich zu den Kontrollen. Die Tiere blieben im künstlichen Uterus frei von Infektionen und von systemischen Entzündungsreaktionen.
Die weitere Forschung muss darauf zielen, die Überlebensrate weiter zu verbessern und den Blutkreislauf zu stabilisieren, um z. B. Schäden der weißen Hirnsubstanz zu vermeiden. In dieser Studie wurde Hydrocortison zur Vermeidung einer Hypotension eingesetzt. Die Nebenwirkungs-Risiken sind aber noch unklar. Die Daten sprechen jedenfalls dafür, dass es sich lohnt, das System weiterzuentwickeln. WE
Quelle: Usuda H et al.: Successful use of an artificial placenta to suffort extremely preterm ovine fetuses ... Am J Obstet Gynecol 2019; 221: 69.e1-7

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