Hyperandrogenämie | Gyn-Depesche 2/2015

Bei hohem Testosteron nach Tumoren fahnden

Hyperandrogenämie nach der Menopause kann ein Hinweis auf einen Tumor sein. Griechische Universitätsmediziner fassten zusammen, wie man der Ursache des Androgenüberschusses auf die Spur kommt.

Für einen androgenproduzierenden Tumor sprechen eine rasche Symptomentwicklung, ausgeprägter Hirsutismus mit Virilisierungserscheinungen und stark erhöhte Gesamttestosteronwerte (über 100-140 ng/dl). Ovarialtumore werden aufgrund ihrer Größe in der Regel bereits durch transvaginale Sonographie identifiziert. Mehr Sensitivität und Spezifität bietet das MRT. Tumoren der Nebenniere sind seltener, dafür aber von hoher Malignität und schlechter Prognose. Auch sie sind im CT oder MRT leicht erkennbar. In Einzelfällen kann die Katheterisierung der Ovarial- und Nebennierenvenen die Quelle der Androgenproduktion zeigen.
Das klinische Bild und die Höhe der Androgenwerte erlauben jedoch keine sichere Unterscheidung zwischen tumorhaften und nicht-tumorhaften Ursachen. Auch bei einer ovariellen Hyperthekose finden sich Gesamttestosteronspiegel über 150 ng/dl. Nur leicht erhöhte Werte (>40 ng/dl) deuten eher auf benigne Veränderungen. So können erhöhte Androgenspiegel in Folge von PCOS auch in der Postmenopause erhalten bleiben. Bei einer kongenitalen adrenalen Hyperplasie verstärken sich die Symptome nach den Wechseljahren oft sogar noch. Auch Endokrinopathien wie das Cushing-Syndrom oder Akromegalie werden gelegentlich erst in der Postmenopause diagnostiziert. CW

Quelle:

Markopoulos MC et al.: Hyperandrogenism after menopause. Eur J Endocrinol 2015; 172: doi: 10.1530/EJE-14-0468

ICD-Codes: E28.1

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