Ovarialkarzinom | Gyn-Depesche 5/2018

Betablocker verbessern die Prognose

Trotz Debulking-OP und Chemotherapie erliegen viele Patientinnen mit Ovarialkarzinom einem Rezidiv. Man sucht nach wirksameren Therapieregimen und versucht dabei, auch „Nebenwirkungen“ bekannter Medikamente auszuschöpfen.

Die Zellen von Ovarialkarzinomen expremieren auf ihrer Oberfläche betaadrenerge Rezeptoren. Studien zufolge fördert eine Aktivierung dieser Rezeptoren durch chronischen Stress die Karzinogenese und die Tumorprogression. Offenbar, weil die Tumorzellen der Apoptose entrinnen und Resistenz gegen Chemotherapeutika entwickeln. Mit Betablockern ließen sich in Mäusen die biochemischen Pfade in Mäusen wieder herunterregulieren oder sogar umkehren.
Seit man dies weiß, setzte man wiederholt versuchsweise Betablocker als Teil der Therapie bei Ovarialkarzinom ein. Die Ergebnisse waren aber widersprüchlich. In Kenntnis der Tatsache, dass der genetische Hintergrund von Ovarialkarzinomen regional variieren kann, unternahm man in Südkorea, wo Betablocker vielfach gegen Hypertonie verschrieben werden, eine Bevölkerungsstudie anhand nationaler Krankenversicherungsdaten. Sie schloss 866 Frauen mit Ovarialkarzinom ein, von denen 23,8% Betablocker nahmen, 76,2% nicht.
Längere Überlebensraten registrierte man bei Patientinnen im Alter ab 60 Jahren, Einnahme von Betablockern über mindestens ein Jahr, bei einem Charlson Comorbidity Index ≥3 und bei solchen mit einer kardiovaskulären Erkrankung (z. B. Hypertonie). Dieser Effekt zeigte sich sowohl unter selektiven als auch nicht-selektiven Betablockern. Bei nicht-selektiven war aber die Zahl der Einnahmetage, ab der ein solcher Nutzen manifest wurde, kürzer (180 vs. 270 Tage). WE

Quelle:

Baek M-H et al.: Impact of beta blockers on survival outcomes in ovarian cancer: a nationwide population-based cohort study. J Gynecol Oncol 2018; 29(2): e82

ICD-Codes: C56

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