Wechseljahre | Gyn-Depesche 5/2009

Das Hormon-Chaos verstehen

Wenn die Menopause naht, wird das Menstruationsgeschehen immer unregelmäßiger; die Hormonspiegel schwanken erratisch. Hinter dem scheinbaren Chaos stecken aber möglicherweise verstehbare biochemische Vorgänge.

Eine australische Forschergruppe wollte den wilden Schwankungen der Estra­diol-Blutspiegel in der Prämenopause nachgehen. Man untersuchte Frauen, die sich in einem mittleren reproduktiven Alter befanden, solche im späten reproduktiven Alter, in der frühen menopausalen und in der späten Übergangsphase.

Elf von 29 Übergangs-Frauen fielen durch ein besonderes Muster der Estradiol-Sekretion auf, bei dem es zu einem zwei­ten E2-Anstieg in der mittleren bis späten Lutealphase mit Gipfel im folgenden Menstruationszyklus kam. Dieses Muster bezeichnete man als LOOP-Event (luteal out-of-phase event). Diese Ereignisse zeichneten sich durch spezifische biochemische Muster aus (niedrigeres Lutealphasen-Progesteron, hohes FSH, niedriges Inhibin B zu Zyklusbeginn). Hohe FSH-Werte scheinen die Trigger für solche Ereignisse zu sein, die das normale Zyklusgeschehen scheinbar chaotisch machen. Dahinter wiederum steckt die Abnahme der Follikelzahl und des Inhibin B. – Die Studie liefert weitere Mosaiksteine, um die Menopause zu verstehen. WE


Quelle: Hale GE: Atypical estradiol secretion and ovulation patterns caused by luteal out-of-phase (LOOP) events underlying irregular ovulatory menstrual cycles in the menopausal transition, Zeitschrift: MENOPAUSE, Ausgabe 16 (2009), Seiten: 50-59

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.