Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 5/2019

Dauer der Geburt entscheidend

Eine norwegische Studie untersuchte die Folgen einer Uterusruptur für das Neugeborene und ermittelte Risikofaktoren für die damit verbundene Mortalität.
In einem Zeitraum von 1967 bis 2008 wurden unter knapp 2,5 Millionen Geburten 244 Fälle mit kompletter Uterusruptur (UR) identifiziert. Die Schwangerschaftsdauer betrug bei 56,5 % der Neugeborenen 37 bis 40 Wochen, bei 38,5 % lag sie über 41 Wochen, bei 4,5 % zwischen 28 und 36 Wochen und bei 0,4 % 23 bis 28 Wochen.
44,7 % dieser Kinder waren gesund, 23 % mussten jedoch auf die neonatale Intensivstation verlegt werden, 6,1 % erlitten eine hypoxisch-ischämische Enzephalopathie und 26,2 % starben während der Geburt.
Ob der Uterus vernarbt war oder nicht, beeinflusste die Sterberate der Neugeborenen nicht. Die neonatale Mortalität stieg aber bei einer Parität ≥ 3, plötzlichem Aussetzten der Wehen, bei Geburten kurz nach Mitternacht, Plazentaablösung und/oder fetaler Extrusion.
Im Falle der Plazentaablösung spielte die Zeit zwischen kompletter Uterusruptur und Geburt eine stark entscheidende Rolle. Betrug sie über 30 Minuten, bestand ein höheres Risiko eines Säuglingstodes (OR 16,7) als bei einem Intervall von < 20 Minuten. Dabei wuchs mit jeder weiteren Minute das Sterberisiko um 10 %, und die Chance, ein gesundes Kind zu gebären, verringerte sich jeweils um 5 %. GH
Quelle: Al-Zirqi I et al.: Infant outcome after complete uterine rupture. Am J Obstet Gynecol 2018; 219(1): 109.e1-e8

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