Generationenverband | Gyn-Depesche 4/2019

Der Einfluss der Oma

Wenn sich Großmütter in der Betreuung der Enkelkinder engagieren, kann das das Wohlergehen auf beiden Seiten fördern. Wie viel Zeit die Generationen miteinander verbringen, hängt unter anderem von der demographischen und kulturellen Entwicklung ab.
Finnische Forscher werteten die Kirchenregister von acht Pfarrgemeinden des Landes seit Mitte des 18. Jahrhunderts aus. In ihre Analysen gingen 66.160 Kinder der Geburtsjahrgänge 1790 bis 1959 sowie 7.349 Großmütter ein. Bis Ende des 19. Jahrhunderts, so fanden sie heraus, blieben den Großmüttern im Schnitt nicht mehr als zwei Jahre mit den Enkeln. Danach stieg die gemeinsame Lebenszeit kontinuierlich auf 14 Jahre auf der mütterlichen Seite bzw. 11 auf der väterlichen. Das Alter der Großmütter bei der Geburt der Kindeskinder blieb dagegen relativ konstant bei Anfang 60. Wie viele gemeinsame Lebensjahre den Generationen bleiben, wirkt sich entscheidend auf den potenziellen Einfluss einer Mitbetreuung durch die Großmütter aus. So belegen Studien beispielsweise eine geringere Kindersterblichkeit, stabilere psychische Gesundheit und bessere kognitive Entwicklung bei Kindern, deren Oma an der Erziehung beteiligt war. Allerdings ist die Bandbreite sehr groß und in manchen Ländern wurden durchaus auch negative Effekte beobachtet. Ursache dafür, mutmaßten die Studienautoren, könnten historische und interkulturelle Unterschiede sein. CW
Quelle: Chapman SN et al.: Grandmotherhood across the demographic transition. PLoS ONE 13(7): e0200963

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