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Gyn-Depesche 5/2021

Die ersten zwölf Wochen sind am kritischsten

In den ersten 12 Schwangerschaftswochen muss nach einer Zytostatikagabe mit einem hohen Risiko für schwere Fehlbildungen des Kindes gerechnet werden.
Chemotherapien sollten möglichst erst nach Abschluss der Organogenese verabreicht werden. Ab welchem Gestationsalter die Behandlung ohne größere Sicherheitsbedenken begonnen werden kann, untersuchte nun ein internationales Forscherteam. Ausgewertet wurden die Daten von 755 Frauen, die sich zwischen 1977 und 2019 während einer Schwangerschaft aufgrund einer Krebserkrankung einer Chemotherapie unterzogen hatten.
27 von 745 lebend geborenen Kindern (3,6 %) wiesen Major- und 14 (1,9 %) Minor-Fehlbildungen auf. Bei einem Chemotherapiebeginn nach der 12. SSW war die Major-Fehlbildungsrate mit 3 % etwa so niedrig wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Bei einer Zytostatikagabe vor der 12. SSW betrug sie dagegen 21,7 %, was einer Risikozunahme um den Faktor 9 entspricht. Minor-Fehlbildungen traten sowohl bei einer Behandlung vor als auch nach der 12. SSW ähnlich häufig auf wie in der Allgemeinbevölkerung. 29 Frauen absolvierten die Chemotherapie vor der 12. SSW. 6 (21 %) erlitten eine Fehlgeburt bzw. entschieden sich für einen Abbruch und 6 der 23 ausgetragenen Kinder (26 %) zeigten Fehlbildungen.
Vor und während einer Zytostatikabehandlung muss bei jungen Frauen für eine sichere Kontrazeption gesorgt bzw. eine bereits eingetretene Schwangerschaft ausgeschlossen werden, so der Appell der Forscher. LO
Quelle: van Gerwen M et al.: Association of Chemotherapy Timing in Pregnancy With Congenital Malformation. JAMA Netw Open 2021; 4(6): e2113180
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