| Gyn-Depesche 1/2009

Die Fakten akzeptieren

HRT und WHI waren Reizthemen für lange Zeit. Als Beleg für den Verdacht, dass Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko erhöht, wurde vor allem die Studie Women’s Health Initiative angeführt. Als sich später zeigte, dass in den USA die Brustkrebsfälle nach dem Rück­gang der HRT-Verschreibungen weniger geworden waren, machten manche Skeptiker Gründe dafür geltend, die den Zusammenhang widerlegen sollten. Denen nimmt nun eine neue Analyse den Wind aus den Segeln.

HRT und WHI waren Reizthemen für lange Zeit. Als Beleg für den Verdacht, dass Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko erhöht, wurde vor allem die Studie Women’s Health Initiative angeführt. Als sich später zeigte, dass in den USA die Brustkrebsfälle nach dem Rück­gang der HRT-Verschreibungen weniger geworden waren, machten manche Skeptiker Gründe dafür geltend, die den Zusammenhang widerlegen sollten. Denen nimmt nun eine neue Analyse den Wind aus den Segeln.

R. T. Chlebowski et al. (NEJM 360, 2009, 573-587) sichteten die Langzeit-Daten der randomisierten WHI-Studie und einer zusätzlichen WHI-Beobachtungsstudie. Der Rückgang von Brustkrebs korrelierte eindeutig mit der verminderten HRT-Einnahme und nicht etwa mit Änderungen in der Mammographie-Häufigkeit.

Es gibt noch andere Brustkrebs-Risiken. Dazu gehört eine Strahlentherapie in der Kindheit im Thoraxbereich. Jährliche Mammographien ab 25 werden solchen Frauen dringend empfohlen.

Die Überwachungspraktiken in den USA in solchen Fällen nahmen K. C. Oeffinger et al. (JAMA 301, 2009, 404-414) unter die Lupe. Ein großer Teil betroffener Frauen war nicht unter mammographischer Überwachung, wie eine Befragung ergab. Das muss geändert werden – allerdings sollte man in diesen Fällen vielleicht besser mit Kernspin als mit Röntgenstrahlen screenen.

Dr. med. Wilfried Ehnert

Chefredakteur

ehnert@gfi-online.de

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