Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 5/2019

Ein Problem bei schwerer Monatsblutung?

Schwere Menstruationsblutungen sind der häufigste Grund, warum eine Verhütung mit einer Kupferspirale abgebrochen wird. Das heißt aber nicht, dass schwere Blutungen schon vor Einsatz der Spirale als Risikofaktor zu werten sind.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Neuauswertung der Daten aus dem Contraceptive Choice Project, bei dem Frauen über zwei bis drei Jahre eine kostenfreie Kontrazeption angeboten worden war. Insgesamt hatten gut 9.000 Mädchen und Frauen teilgenommen, 918 hatten sich für eine Kupferspirale entschieden.
Vor Beginn der Verhütung schätzten alle Frauen die Schwere ihrer Monatsblutungen ein. 165 der Anwenderinnen der Kupferspirale gaben eine „schwere Blutung“ an (21 oder mehr Binden/Tampons pro Zyklus) und 753 eine „nicht schwere Blutung“ (maximal 20 Binden/Tampons pro Zyklus). Nach zwölf Monaten verhüteten immer noch vergleichbar viele Teilnehmerinnen in beiden Gruppen mit der Kupferspirale: 80,2 % der Mädchen und Frauen mit bereits zuvor schweren Blutungen und 85 % derjenigen mit zuvor nicht schweren Blutungen (p = 0,24). Damit stellte eine schwere Monatsblutung kein erhöhtes Risiko für einen Abbruch der Verhütungsmethode dar (HR 1,21; 95%-KI 0,88 - 1,66). BA
Quelle: Hobby JH et al.: Effect of baseline menstrual bleeding pattern on copper intrauterine device contraception. Am J Obstet Gynecol 2018; 219: 465.e1-5

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