Nützen mehr, als sie schaden

Gyn-Depesche 6/2021

Entwarnung: Antipsychotika in der Schwangerschaft

Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Antipsychotika einnehmen, kommen nicht häufiger als Frühgeborene oder Small-for-Gestational-Age (SGA) zur Welt und erkranken später nicht häufiger an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder einem Autismus als intrauterin nicht exponierte Kinder.
Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Wissenschaftlerteam nach Auswertung von 411.251 Mutter-Kind- Paaren aus China. 706 Kinder waren intrauterin gegenüber Antipsychotika exponiert gewesen.
Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der vorgeburtlichen Antipsychotika- Anwendung und dem ADHS-, Autismus- und SGA-Risiko bestand nicht. In der Primärauswertung deutete sich zwar zunächst ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko der intrauterin exponierten Kinder an, weitere Analysen – etwa der Vergleich der intrauterin exponierten Kinder mit denjenigen Kindern, deren Mütter die Antipsychotikaeinnahme vor der Konzeption beendet hatten – sprachen jedoch gegen ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko.
Angesichts des großen Nutzens der Antipsychotikatherapie für die Schwangeren sowie angesichts der Studienergebnisse ist eine generelle Unterbrechung der Medikation während der Schwangerschaft nicht zu rechtfertigen, so die Forscher. LO
Quelle: Wang Z et al.: Association between prenatal exposure to antipsychotics and attention-deficit/hyperactivity disorder ... JAMA Intern Med 2021; 181(10): 1332-40
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