Intrauterinpessar | Gyn-Depesche 3/2001

Erhöhte Perforationsgefahr in der Stillzeit

Die Uterusperforation nach Einlegen eines Intrauterinpessars ist eine seltene, aber gefährliche Komplikation, da auch Nachbarorgane in Mitleidenschaft gezogen werden können. Eine israelische Studie berichtet von zwei Fällen einer Perforation mit Darmbeteiligung.

Bei beiden Patientinnen wurde das IUP von einem erfahrenen Arzt während der Stillzeit eingelegt. Im ersten Fall stellte sich die Frau ein Jahr später mit Verdacht auf eine Blasenmole vor. Im Ultraschall konnte das IUP nicht nachgewiesen werden. Erst ein Röntgenbild zeigte das IUP im rechten Unterbauch. Nach einer Kürettage wurde eine explorative Laparoskopie durchgeführt. Es war eine Perforation des Mesoappendix mit Adhäsionen an einer Darmschlinge zu erkennen. Der Appendix wurde laparoskopisch entfernt. Die zweite Patientin stellte sich nach zwei Jahren mit zunehmendem Abdominalschmerz vor. Das IUP wurde im rechten Unterbauch lokalisiert. Die Laparoskopie zeigte einen Arm des IUP im Mesosigmoid. Der zweite Arm war über Adhäsionen am Appendix befestigt. Um eine Darmperforation auszuschließen, wurde die Operation zu einer Laparotomie erweitert. Das Einlegen eines IUP während der Stillzeit birgt ein 10-fach erhöhtes Risiko einer Uterusperforation. Ursachen hierfür können die Hyperinvolution des Uterus und die durch den veränderten Östrogenstatus bedingte endometrische Atrophie sein. zu umgehen. Findet sich ein IUP im freien Bauchraum, so empfehlen die Autoren, auch bei beschwerdefreien Patienten, ein operatives Entfernen des IUP. (SB)

Quelle: Ohana, E: Appendix perforation by an intrauterine contraceptive device, Zeitschrift: EUROPEAN JOURNAL OF OBSTETRICS, GYNECOLOGY, AND REPRODUCTIVE BIOLOGY, Ausgabe 88 (2000), Seiten: 129-131

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