Praxistipp | Gyn-Depesche 4/2020

Estron: Prädiktor für zirkulierendes Östradiol

Eine aktuelle Studie zeigt die Bedeutung von Estron (E1), sowie den Zusammenhang zwischen endogenen Östrogenkonzentrationen und dem Gesundheitszustand bei Frauen nach der Menopause.
Bei Frauen vor der Menopause wirkt Östradiol (E2) als zirkulierendes Hormon, das auf distale Zielgewebe wirkt. Nach den Wechseljahren wird E2 an extragonadalen Stellen überwiegend aus Nebennierenvorläufern produziert, wo es lokal, parakrin oder intrakrin wirkt. Ziel einer aktuellen Studie war daher die Untersuchung der Determinanten der E2-Konzentrationen bei Frauen über 70 Jahre. In diese Querschnittsstudie wurden 5.325 Frauen eingeschlossen, die keine Sexualsteroid-, Anti-Androgen/ Östrogen-, Glukokortikoidtherapie oder Antidiabetika anwendeten. E2 und E1 (Estron) lagen bei 66,1 % bzw. 0,9 % der Frauen unter der Nachweisgrenze. Frauen mit nicht nachweisbarem E2 waren älter als die mit nachweisbarem E2, schlanker und hatten niedrigere E1-, Testosteronund DHEA-Konzentrationen. Zusammenfassend unterstützen die Ergebnisse E1 als hauptsächlich zirkulierendes Östrogen und zeigen einen robusten Zusammenhang zwischen den E1- und E2-Konzentrationen bei Frauen nach der Menopause sowie einen Zusammenhang zum Gesundheitszustand. DM

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