Zervixkarzinom | Gyn-Depesche 5/2019

Fertilitätserhalt nicht auf Kosten der Überlebensrate

Für Frauen mit einem Zervixkarzinom im Frühstadium steht als fertilitätserhaltende Alternative zur Hysterektomie die Trachelektomie zur Verfügung. Große Bevölkerungsstudien zur Häufigkeit ihrer Anwendung und zum Überleben fehlten bislang.
Ein Team aus US-amerikanischen und japanischen Wissenschaftlern wertete ein Tumorregister aus, das knapp 30 % der US-Bevölkerung abdeckt. Verglichen wurde das Outcome von 6.359 Frauen unter 45 Jahren mit einem Zervixkarzinom im Stadium IA bis IB1 und einem Tumordurchmesser von bis zu 2 cm, die sich entweder einer Hysterektomie oder einer Trachelektomie unterzogen.
Bei insgesamt 190 Patientinnen wurde eine Trachelektomie vorgenommen. Der Anteil stieg während des Beobachtungszeitraums von 1,2 % in den Jahren 1998 bis 2002 auf fast 5 % zu Beginn der 2010er-Jahre. Frauen, die uteruserhaltend operiert wurden, waren im Schnitt jünger, alleinstehend, von weißer Hautfarbe und hatten häufiger einen IB1-Tumor. Auf die 5-Jahres-Gesamt- bzw. die krankheitsspezifische Überlebensrate hatte die Operationsmethode keinen signifikanten Einfluss: Sie betrug nach einer Trachelektomie 96,1 % bzw. 96,9 %, nach der Hysterektomie jeweils 96,6 %. CW
Quelle: Machida H et al.: Characteristics and outcomes of reproductive-aged women with early-stage cervical cancer: trachelectomy vs hysterectomy. Am J Obstet Gynecol 2018; 219: 461.e1-18

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