Neuer Thalidomidskandal? | Gyn-Depesche 3/2019

Gehäuft Armfehlbildungen bei Neugeborenen

In Frankreich sind seit der Jahrtausendwende etwa zwei Dutzend Neugeborene mit Fehlbildungen der oberen Extremität, beispielsweise Hand- oder Armagenesien, zur Welt gekommen. Ob es sich hierbei um eine zufällige Häufung handelt oder ob es eine konkrete Ursache dafür gibt, soll nun eine landesweite Untersuchung klären.

Der Fall der „Kinder ohne Arme“ erregt in Frankreich derzeit großes Aufsehen, denn er erinnert an den Anfang der 1970er Jahre, als schon einmal tausende Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Thalidomid eingenommen hatten, mit Extremitätenanomalien geboren wurden. Als mögliche Ursachen für die aktuellen Fallzahlen werden Medikamente, Pestizide und andere Umwelteinflüsse in der Öffentlichkeit diskutiert.
Auf die ersten Fälle wurde die Presse im September 2018 aufmerksam – drei waren zwischen 2007 und 2008 im Département Loire-Atlantique und vier zwischen 2011 und 2013 in der bretonischen Region Morbihan aufgetreten. Auch im Département Ain in der Region Rhône-Alpes im Osten des Landes waren zwischen 2009 und 2014 sieben Kinder mit ähnlichen Auffälligkeiten zur Welt gekommen. Seit dem Jahr 2000 wurden noch elf weitere Verdachtsfälle in diesem Département identifiziert.
Ein gemeinsamer Nenner aller Erkrankungsfälle ist jedoch schwer zu finden. Der vollständige Untersuchungsbericht soll im Juni 2019 vorliegen. LO
Quelle:

Devi S et al.: So-called babies without arms cases cause concern ... Lancet 2018; 392(10160): 2157

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