Inkontinenz-Abklärung | Gyn-Depesche 5/2017

Geringere Bakterienvielfalt bei Drang

Dass das Mikrobiom der Harnblase bei der Dranginkontinenz eine Rolle spielt, gilt inzwischen als erwiesen. US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten, ob das auch für die Stressinkontinenz gilt.

Im Rahmen der randomisiert-kontrollierten „Value of Urodynamic Evaluation“-Studie wurden die Urinproben von 197 Frauen analysiert, die sich aufgrund einer seit mindestens drei Monate bestehenden Stressinkontinenz einem operativen Eingriff unterziehen wollten. Die mikrobielle Zusammensetzung des Urins wurde durch Sequenzierung ermittelt. In 86% der Urinproben war Bakterien-DNA nachweisbar. Bei den meisten Frauen dominierten Lactobacillus, Gardnerella, Streptococcus oder Corynebacterium. Eine größere Diversität des Mikrobioms war signifikant assoziiert mit koexistenten Dranginkontinenzbeschwerden, einem höheren BMI und positivem Hormonstatus. Mit der Stressinkontinenz fand sich dagegen kein Zusammenhang. Offensichtlich wird das Mikrobiom bei Dranginkontinenz seltener durch einzelne Spezies dominiert. Eine mikrobielle Urinuntersuchung vor einer geplanten Stressinkontinenz- Operation könnte daher wertvolle Informationen über den klinischen Phänotyp der Patientin bieten, erklärten die Studienautoren. Eine Katheterisierung sei dafür nicht notwendig: Der Großteil der Urinproben in der Studie wurde aus Mittelstrahlurin gewonnen. CW


Quelle:

Thomas-White KJ et al.: Evaluation of the urinary ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 55.e1-16

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