Hormonelle Kontrazeptiva

Gyn-Depesche 5/2013

­Gestagene und ­arterielles Risiko

Die Zusammensetzung moderner oraler Kontrazeptiva unterscheidet sich erheblich von der „Pille“ der ersten Generation. Wie sich dieser Wandel auf das kardiovaskuläre Risiko auswirkt, untersuchte eine französische Arbeitsgruppe.

Aus einer Metaanalyse von elf Fall-Kontroll- und Kohortenstudien errechnete sich ein um 70% höheres Herzinfarkt-Risiko für COC-Verwenderinnen nach 1990. Dabei ergab sich zwar für ältere Präparate ein höheres Risiko, der Unterschied zwischen Pillen der zweiten und dritten Generation war jedoch nicht signifikant. Auch transdermale Pflaster oder Vaginalring waren nicht mit einem geringeren Infarktrisiko assoziiert. Östrogenfreie Gestagen-Präparate schienen das Risiko dagegen nicht zu erhöhen.

Ein ähnliches Bild bot sich bei ischämischen Schlaganfällen: Insgesamt stieg das Risiko hier durch die COC-Einnahme um 80%. Wiederum ergab sich kein sig-nifikanter Unterschied zwischen neueren Präparaten mit unterschiedlichen Gestagenen oder unterschiedlichen Estradiol-Dosierungen – ebensowenig wie zwischen einer oralen, transdermalen oder vaginalen Administration. Reine Gestagen-Präparate erwiesen sich auch hinsichtlich der Hirnischämie-Gefahr als sicherer. Das Risiko für hämorrhagische Insulte wurde durch hormonelle Kontrazeptiva gleichwelcher Generation hingegen nicht beeinflusst.

Obwohl sich die verschiedenen Gestagentypen auf die einzelnen Risikofaktoren wie Dyslipidämie oder Hypotonie unterschiedlich auswirken, besteht beim Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse offensichtlich kein Unterschied zwischen COC der zweiten und der dritten Generation. CW

Quelle: Plu-Bureau G et al.: Hormonal contraceptives and arterial disease: an epidemiological update., Zeitschrift: Best practice & research. Clinical endocrinology & metabolism, Ausgabe 1 (2013), Seiten: 35-45
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