Genitale Infektionen | Gyn-Depesche 6/2001

HPV und LSIL

Die Rate der Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) steigt. Inzwischen sind 19 bis 46% der jungen, sexuell aktiven Frauen infiziert. Niedriggradige intraepitheliale Läsionen (LSIL) der Zervix sind eine benigne Folge der HPV-Replikation. Man ist bisher davon ausgegangen, dass die Risikofaktoren für die HPV-Infektion und die LSIL identisch sind. US-Wissenschaftler haben diese Hypothese unter die Lupe genommen.

496 junge Frauen mit bekannter HPV-Infektion und 105 HPV-negative Frauen wurden untersucht und befragt. 54 Frauen, die bei Studienbeginn HPV-negativ waren, infizierten sich im Laufe der nächsten zwei Jahre. Ein besonders hohes Risiko für eine HPV-Infektion waren: wechselnde Partner, Warzen im Vulvabereich oder HSV-Infektion. Unter den 496 Frauen mit HPV-Infektion zu Beginn der Studie entwickelten 109 LSIL binnen 60 Monaten. Die HPV-Infektion war der Hauptrisikofaktor, gefolgt von Nikotinabusus. Die Risiken für HPV-Infektion und LSIL sind nicht identisch. Die meisten Frauen mit HPV entwickelten in 60 Monaten keine LSIL - wenn auch die HPV-Infektion der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung der Läsionen ist. (MO)


Quelle: Moscicki, AB: Risks for incident human papillomavirus infection and low-grade squamous intraepithelial lesion development in young females, Zeitschrift: JAMA : THE JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION, Ausgabe 285 (2001), Seiten: 2995-3001

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