Rezidivierende Kolpitis | Gyn-Depesche 4/2003

Impfstoff mit langfristigem Erfolg

Bei einer Kolpitis verdrängen pathogene Keime die physiologische Vaginalflora. Bei rund jeder zehnten Patientin kommt es zu Rezidiven. Mit einem Impfstoff lassen sich solche Rezidive verhindern und auch Frühgeburten vermeiden.

Bei Patientinnen mit einer rezidivierenden Kolpitis können überwiegend aberrierende Laktobakterien-Stämme nachgewiesen werden. Da diese Bakterien zu wenig Milchsäure und kein H2O2 bilden, erhöht sich der vaginale pH-Wert. Pathogene Keime können so nicht mehr abgewehrt werden. Die übliche antibiotische Therapie hat sich hier als nicht wirksam erwiesen, da offenbar immunologische Probleme vorliegen. Sehr gute Erfahrungen wurden bei Patientinnen mit rezidivierender Kolpitis mit einem biotechnisch produzierten Impfstoff erzielt. Dieser enthält inaktivierte Keime acht verschiedener Lactobacillus-Stämme. Diese induzieren die Bildung von Immunglobulin A, das auch im Zervikovaginalsekret als sekretorisches IgA (sIgA) in erhöhten Konzentrationen vorliegt. Diese spezifischen Antikörper richten sich vor allem gegen die aberranten nicht-physiologischen Stämme der Döderlein-Flora. Pathogene Keime werden über Kreuzreaktionen eliminiert. Die Regeneration der Döderlein-Flora wird begünstigt. Der Nutzen des Impfstoffs wurde mittlerweile in 26 Studien an 2800 Patientinnen bestätigt. So erhielten 576 Patientinnen mit rezidivierender Kolpitis in einer Anwendungsbeobachtung eine Grundimmunisierung, d. h. drei intramuskuläre Injektionen im Abstand von 14 Tagen, sowie eine Booster-Impfung nach einem Jahr. Die Zahl der Rezidive ging danach um 82% zurück. Bei 63% der Frauen traten keine Reinfektionen mehr auf. 80% der Ärzte und Patientinnen beurteilten die Wirksamkeit des Impfstoffes mit sehr gut oder gut. Auch bei der wiederholt auftretenden Candidiasis wurden mit dem Impfstoff ähnlich gute Erfolge erzielt. Hier zeigte sich in einer Studie, dass fünf Injektionen der Vakzine der üblichen Vorgehensweise mit drei Injektionen überlegen sind. (GS)

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