Schwedische Kohortenstudie | Gyn-Depesche 3/2013

Kaiserschnitt halbiert Prolaps-Risiko

Mit der Prävalenz und den Risikofaktoren eines Prolaps der Beckenorgane 20 Jahre nach der Entbindung beschäftigten sich schwedische Gynäkologen.

Über 5000 Einzelkind-Mütter füllten 20 Jahre nach der Entbindung validierte Fragebögen zur Symptomatik eines Beckenorgan-Prolapses und zu Harninkontinenz aus. 12,8% der Frauen litten an einem symptomatischen Prolaps. Nach vaginaler Entbindung lag die Rate mehr als doppelt so hoch wie nach Kaiserschnitt (14,6 versus 6,3%). Die Prävalenz eines Prolaps mit Harninkontinenz lag nach vaginalen Entbindung sogar rund dreimal höher als nach Sectio. Außerdem waren deutlich mehr Frauen schon länger als zehn Jahre betroffen. Als weitere unabhängige Risikofaktoren für einen Prolaps erwiesen sich das Geburtsgewicht des Kindes sowie der aktuelle BMI der Frau. Das Alter der Mutter, eine Hysterektomie, Östrogentherapie oder der Kopfumfang des Kindes beeinflussten das Prolaps-Risiko dagegen nicht signifikant.

Auch wenn das verringerte Risiko eines Urogenitalprolaps nicht das alleinige Kriterium für einen elektiven Kaiserschnitt sein sollte, so die Studienautoren, können die Zahlen vielleicht einigen Frauen als Entscheidungsgrundlage dienen. CW

Quelle: Gyhagen M et al.: The prevalence of urinary incontinence 20 years after childbirth: a national cohort study in singleton primiparae after vaginal or caesarean delivery, Zeitschrift: BJOG: British journal of obstetrics and gynaecology, Ausgabe 2 (2013), Seiten: 144-151

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