Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 5/2019

Kein höheres Accreta-Risiko durch schnelle Konzeption

Uterusnarben erhöhen das Risiko einer abnormen Plazentaimplantation. Die Zeitspanne von einer Sectio bis zur nächsten Schwangerschaft dagegen nicht.
Forscher aus den USA untersuchten, welchen Einfluss das Schwangerschaftsintervall auf die Inzidenz von Plazentaimplantationsstörungen hat. Die Studiengruppe umfasste 67 Patientinnen mit Placenta accreta, increta oder percreta nach einem früheren Kaiserschnitt. Als Kontrollen dienten 86 Schwangere mit Zustand nach Sectio und Placenta praevia, die die Uterusnarbe überdeckte, aber ohne abnorme Implantation.
Die Wissenschaftler hatten vermutet, ein kurzes Schwangerschaftsintervall würde aufgrund einer unzureichenden Heilung der Hysterotomie das Risiko einer Implantationsstörung erhöhen. Ihre Hypothese bestätigte sich nicht: Im Schnitt waren in der Studiengruppe 30 Monate bis zur nächsten Konzeption vergangen, in der Kontrollgruppe 29. Auch für die Subgruppen, die innerhalb von 18 oder weniger als zwölf Monaten schwanger geworden waren, ergab sich kein signifikanter Unterschied zu denen mit einem längeren Intervall. Demnach scheint ein kurzes Schwangerschaftsintervall nach einer Sectio das Risiko einer abnormen Plazentaimplantation nicht zu erhöhen. CW
Quelle: Martimucci K et al.: Interpregnancy interval and abnormally invasive placentation. Acta Obstet Gynecol Scand 2019; 98: 183-7

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