Neoadjuvante Chemotherapie | Gyn-Depesche 1/2018

Keine Therapieverzögerung durch Oozytenstimulation

Bei einer neoadjuvanten Chemotherapie ist das Zeitfenster nach der Diagnose für eine Oozytenentnahme zur Fertilitätsprotektion relativ klein. Mit einem „random start“ Protokoll scheint eine erfolgreiche ovarielle Stimulation dennoch möglich.

In einer Universitätsklinik in San Francisco erhielten 89 Frauen nach der Brustkrebsdiagnose eine Beratung über fertilitätserhaltende Maßnahmen vor einer potenziell zytotoxischen neoadjuvanten Chemotherapie. 67% entschieden sich daraufhin für eine ovarielle Stimulation mit Kryokonservation der Oozyten oder Embryonen, 33% dagegen. Diese erfolgte unabhängig vom Zyklustag der Patientin („random start“) nach einem Antagonisten-basierten Protokoll. Bei Patientinnen mit Östrogenrezeptor- positivem Mammakarzinom wurde der maximale Estradiolspiegel mithilfe von Letrozol oder Tamoxifen reguliert.
Mit Oozytenstimulation vergingen nach der Diagnose 38,1 Tage, ohne 39,4 Tage. Auffällig war jedoch, dass bei den Frauen, die sich gegen eine Stimulation entschieden, die Überweisung zur Fertilitätsberatung fast neun Tage später erfolgte (17,9 versus 9,4 Tage nach der Diagnose). Ob das eine Folge des mangelnden Interesses am Fertilitätserhalt war oder ob die Betroffenen angesichts der bereits fortgeschrittenen Zeit keinen weiteren Aufschub riskieren wollten, blieb offen. CW

Quelle:

Letourneau JM et al.: Random start ovarian stimulation for ... Human Reproduction 2017; 32: 2123-9

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