Ist das normal? | Gyn-Depesche 4/2018

Lungenfunktion nimmt nach Menopause ab

Die hormonellen Veränderungen während der Peri- und Menopause haben einen Einfluss auf zahlreiche Körperfunktionen. Wie speziell die Lunge auf den „Hormonmangel“ reagiert, war bislang in Studien aber nicht eindeutig beschrieben.

Das wollten Autoren aus Indien ändern und untersuchten 49 prä- und 46 postmenopausale Frauen mit einem digitalen Spirometer. Ausschlusskriterien waren Hypertonie, Diabetes, Herzerkrankungen, Tbc, Asthma, COPD und berufsbedingte Lungenstörungen. Die prämenopausalen Frauen wiesen einen regelmäßigen Zyklus auf und waren mindestens 40 Jahre alt (Durchschnittsalter 42 Jahre). Die postmenopausalen Probandinnen hatten seit mindestens zwölf Monaten keine Menstruation mehr und waren höchstens 55 Jahre alt (Durchschnittsalter 51 Jahre).
Die pulmonalen Funktionsparameter waren bei den postmenopausalen Frauen signifikant schlechter als bei prämenopausalen: FVC 2,83 vs. 3,27; FEV0,5 0,47 vs. 1,15; FEV1 1,25 vs. 2,28; FEV0,5 zu FVC 18,15 vs. 35,96; FVC-Zeit 4,07 vs. 3,46. Auch die Flussraten waren prämenopausal besser: PEFR (peak expiratory flow rate) 4,79 vs. 3,32; FEF25-75% (forcierter Expirationsfluss von 25 bis 75%) 2,39 vs. 1,48. CB

Kommentar

Ob die Abnahme der Lungenfunktion tatsächlich direkte Folge der menopausalen Veränderungen ist, verrät die Studie nicht. Im Gegenteil, gegenüber den prämenopausalen Frauen waren die postmenopausalen z. B. etwas schwerer (69 vs. 61 kg), was ja allein schon die Lungenfunktion kompromittiert haben könnte. Für die Praxis könnte es spannend sein, z. B. Frauen mit vorbestehender COPD während der menopausalen Transition zu beobachten.

Redaktion Gyn-Depesche


Quelle:

Memoalia J et al.: Decline in pulmonary function tests after menopause. J Menopausal Med 2018; 24: 34-40

ICD-Codes: N95.1

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