Stillen | Gyn-Depesche 1/2018

Mastitis reduziert mikrobielle Vielfalt der Milch

Das Mikrobiom der Muttermilch trägt bei gestillten Säuglingen wesentlich zum Aufbau einer gesunden Darmflora bei. Indische Biotechnologen untersuchten, welchen Einfluss eine Mastitis auf die bakterielle Besiedelung der Milch hat.

Mittels 16S-mRNA-Sequenzierung wurde das Mikrobiom der Milch von 50 stillenden Müttern analysiert. Bei 16 Frauen war zuvor eine akute Mastitis diagnostiziert worden, bei weiteren 16 eine subakute Mastitis. 18 Probandinnen waren gesund.
Insgesamt identifizierten die Genforscher 590 verschiedene Bakteriengattungen. Bei gesunden Frauen fanden sich höhere Anteile von Acinetobacter sowie Ruminococcus, Clostridium und Eubacterium. Bei einer subakuten Mastitis überwogen dagegen Aeromonas, Staphylococcus, Klebsiella, Ralstonia, Bacillus und Pantoea. In den Fällen einer akuten Mastitis waren Aeromonas, Klebsiella, Ralstonia, Proteus und Leptospira angereichert. Drastisch reduziert waren bei einer Mastitis vor allem obligat anaerobe Gattungen, während sauerstofftolerante Organismen stärker in den Vordergrund traten. Auch opportunistisch pathogene Keime wie Staphylococcus sp., Klebsiella pneumoniae, Bacillus subtilis oder Enterococcus faecalis fanden sich bei Frauen mit entzündeten Brustdrüsen häufiger.
Die mikrobielle Vielfalt im Darm ging im Verlauf der Mastitis ebenfalls zurück. Möglicherweise, so vermuten die Studienautoren, tragen diese metabolischen Veränderungen ebenso wie die Dysbiose zur Pathogenese der Mastitis bei. CW

Quelle:

Patel SH et al.: Culture independent assessment of human milk microbial community in lactational mastitis. Nature Scientific Reports 2017; doi: 10.1038/ s41598-017-08451-7

ICD-Codes: O91.10

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