Vitamin E und beta-Carotin | Apotheken-Depesche 4/2004

Mehr Schaden als Nutzen?

Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel standen einige Jahre hoch im Kurs. Jetzt zeigt eine Metaanalyse aus den USA, dass ihr Wert wohl überschätzt wurde.

15 randomisierte Studien mit insgesamt 220 000 Patienten hatten den Einfluss von Vitamin E (50 bis 800 I.E./d) und beta-Carotin (15 bis 50 mg/d) auf die langfristige kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität untersucht. Die Gabe von Vitamin E konnte weder die Gesamtmortalität senken (11,3% vs. 11,1%) noch die kardiovaskuläre Mortalität oder die SchlaganfallHäufigkeit verringern. Beunruhigend ist ein geringer, aber statistisch signifikanter Anstieg der Geamtmortalität unter beta-Carotin (7,4% vs. 7,0%) und eine leichte Zunahme der kardiovaskulären Todesfälle (3,4% vs. 3,1%, p jeweils 0,003). Wie erklären sich diese entmutigenden Ergebnisse, wie sind sie mit der anfänglichen Antioxidanzien-Euphorie zu vereinbaren? In frühen Studien wurden häufig Ergebnisse an Labortieren auf Menschen extrapoliert und Vitamine nur zur Primärprävention untersucht. Die anfänglichen Beobachtungsstudien (Kohortenstudien) wurden nicht durch prospektive randomisierte Untersuchungen bestätigt. Häufig wurde nicht zwischen Nahrungsergänzung und durch Obst und Gemüse zugeführten Vitaminen unterschieden - letztere können sehr wohl über andere Inhaltsstoffe kardioprotektiv wirken. Fazit: Angesichts des offensichtlich fehlenden Nutzens der Prophylaxe mit Vitamin E und des negativen Effekts von beta-Carotin auf die Gesamtmortalität und das kardiovaskuläre Risiko sollte nach Ansicht der Autoren auf Vitamin E oder A (bzw. beta-Carotin) als Nahrungsergänzungsmittel verzichtet werden. (Ko)

Quelle: Vivekananthan, DP: Use of atioxidant vitamins for the prevention of cardiovascular disease: meta-analysis of randomised trials, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 361 (2003), Seiten: 2017-2023

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