Perspektive | Gyn-Depesche 4/2019

Mit Melatonin gegen den Knochenabbau?

Nach der Menopause entwickeln viele Frauen eine Osteopenie, die oft innerhalb weniger Jahre in eine manifeste Osteoporose übergeht. Da das Hormon Melatonin nachweislich an der Regulation des Knochenstoffwechsels beteiligt ist, wurde die Wirksamkeit einer Supplementation mit Melatonin während und nach der Menopause bereits mehrfach untersucht. Nun ging erstmals eine Metaanalyse der Sache nach.
Ob eine orale Melatonin-Gabe als alternative Therapie bei übermäßigem Knochenschwund sinnvoll und sicher ist, analysierten Forscher anhand der Daten von 121 peri- und postmenopausalen Osteopenie- Patientinnen (T-Score - 1 bis - 2,5) aus drei randomisiert-kontrollierten Studien.
Zwei unabhängige Studien kamen zu dem Schluss, dass eine Supplementation mit Melatonin bei peri- und postmenopausalen Frauen zu einer Erhöhung der Knochenmineraldichte (BMD) in den Lendenwirbeln und dem Oberschenkelhals führt. Eine weitere Studie ergab, dass die Einnahme eines Melatonin-Kombinationspräparats mit einer Verbesserung des femoralen und lumbalen T-Scores einhergeht.
Die Ergebnisse lassen zwar vermuten, dass eine Supplementation mit Melatonin bei Osteopenie-Patientinnen durchaus sinnvoll ist, für klinische Empfehlungen ist die Datenlage jedoch immer noch zu heterogen. RG
Quelle: Bao T et al.: Can melatonin improve the osteopenia of perimenopausal and postmenopausal women? … Int J Endocrinol 2019; 2019: 5151678

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