Gyn-Depesche 6/2003

Mütterliche Zellen gehen auf Feten über

Ein Zellaustausch zwischen Mutter und Fetus mit Mikrochimärismus scheint nicht unüblich zu sein. Fetale Zellen finden sich bei der Mutter noch bis zu 27 Jahre nach der Geburt.

Vier männliche Neugeborene, die innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbenen waren, wurden auf mütterliche Zellen hin untersucht. Es lagen verschiedene Todesursachen vor: Trisomie 21 mit einem Hydrops congenitus, Chromosomenanomalien mit multiplen kongenitalen Missbildungen, Potter-Syndrom und kongenitale Ichthyosis. In Gewebeproben aus Leber, Milz, Thymus, Schilddrüse und Haut wurde nach X- und Y-Chromosomen gesucht. In den Gewebeproben aller Neugeborenen fanden sich Zellkerne mit zwei X-Chromosomen in unterschiedlicher Häufigkeit; sie lagen einzeln verstreut oder als Cluster vor. Die höchste Zahl von mütterlichen Zellen war im Thymus des Kindes mit Trisomie 21 nachweisbar. Dieses Phänomen der Wanderung mütterlicher Zellen in den Fetus ist schon seit längerem bekannt. Allerdings konnte auch diese Studie nicht erhellen, zu welchem Zeitpunkt während der Schwangerschaft die Wanderung erfolgt. Auch ist ein möglicher Zusammenhang mit der Pathologie der Neugeborenen unklar. Weiter verfolgt werden sollte aber der Befund der hohen Dichte mütterlicher Zellen im Thymus des Kindes mit einer Trisomie 21, ist doch bei mongoloiden Kindern eine Häufung von Autoimmun- und hämatologischen Krankheiten bekannt. (BK)

Quelle: Srivatsa, B: Maternal cell microchimerism in newborn tissues, Zeitschrift: JOURNAL OF PEDIATRICS, Ausgabe 142 (2003), Seiten: 31-35
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