Kasuistik | Gyn-Depesche 1/2020

Nachhilfe für den unterentwickelten Uterus

Mumps zieht häufig Komplikationen nach sich. Dazu gehört bei Knaben eine Orchitis, bei Mädchen eine Oophoritis. Letztere wird wahrscheinlich häufig übersehen. Folge ist eine Infertilität.
Bei einer 31-jährigen Iranerin bestanden Amenorrhoe und Infertilität bei infantilem Uterus und atrophischen Ovarien, Folgen einer Mumps-Infektion im Kindesalter. Es kam zu keinen Menstruationen. Mit 19 Jahren verschrieb man der Patientin ein niedrig dosiertes orales Kontrazeptivum, das Progesteron enthielt. In dieser Phase registrierte man ein langsames, konstantes Wachstum des Uterus. Im Alter von 31 Jahren wechselte man auf ein höherpotentes Präparat mit 3 mg Drospirenon und 0,03 mg Ethinylestradiol. Nach drei Monaten war der Uterus deutlich gewachsen. Als der Uterus Erwachsenen-Größe erreicht hatte, wurden Spender-Oozyten mit Sperma des Ehemannes der Patientin befruchtet. Es entwickelte sich eine ungestörte Gravidität. Östrogene und Gestagene in Kombination haben uterotrophes Potenzial. Das Wachstum des Uterus setzt sich aus hypertrophen und hyperplastischen Effekten zusammen. Die DNA-Synthese wird offenbar stimuliert. Laut Autoren ist die Abfolge von niedrig und höher dosierten Hormonen hinsichtlich der Vergrößerung des Uterus besonders wirksam. WE
Quelle: Shahabi P et al.: Pregnacy after mumps: a case report. J Med Case Rep 2019; 13: 379

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