Hysterektomie | Gyn-Depesche 5/2017

Nicht nur Übergewicht erhöht postoperatives Inkontinenzrisiko

Schwedische Wissenschaftler beschäftigten sich mit der Frage, welche Faktoren die Kontinenz nach einer Hysterektomie beeinflussen. Sie fanden einige deutliche positive und negative Assoziationen.

Im schwedischen Register für gynäkologische Operationen fanden sich die Daten von 16 182 Hysterektomien aufgrund einer benignen Indikation. 8,5% der Patientinnen berichteten von einer neu aufgetretenen Harninkontinenz nach dem Eingriff. Eine bereits zuvor bestehende Inkontinenz verschwand in 13,3% der Fälle, bei 16,1% blieb sie bestehen. Ein um 60% größeres Risiko für eine De-novo- Inkontinenz ergab sich bei einem BMI über 30 kg/m2, nach einer vaginalen Entbindung (Risiko +40%) und bei einer täglichen Drangsymptomatik ohne Inkontinenz vor dem Eingriff (Risiko +77%). Am deutlichsten wirkte sich ein Uterus mit einem Gewicht unter 500 g aus: Er erhöhte das Risiko auf das 2,5-Fache. Umgekehrt stieg die Chance auf eine Remission der Inkontinenz nach der Hysterektomie bei einem Uterusgewicht über 300 g auf fast das Doppelte. Ebenfalls ein BMI unter 25 kg/ m2 sowie „Prolaps“ oder „Myom“ als OP-Indikation waren „Inkontinenz-protektiv“. Generell fanden sich nach einer abdominalen Hysterektomie höhere Remissionsraten als nach einer vaginalen. Alter und Nikotinkonsum wirkten sich auf die postoperative Kontinenz dagegen nicht aus. Auch die Ausdehnung der Hysterektomie – total oder subtotal – schien in dieser Hinsicht nicht von Bedeutung. Ob die Patientin nach dem Eingriff an Inkontinenz litt oder nicht, hatte starken Einfluss auf ihre Zufriedenheit nach einem Jahr. CW


Quelle:

Bohlin KS et al.: Factors influencing the incidence and remission of urinary incontinence after hysterectomy. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 53.e1-9

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