Tabakkonsum in der Schwangerschaft | Gyn-Depesche 5/2019

Rauchen beschleunigt Pubertät des Nachwuchses

Die Nikotinexposition im Mutterleib fördert offenbar bei Mädchen und Jungen einen früheren Eintritt in die Pubertät.
Knapp 16.000 Kinder aus der Danish National Birth Cohort beantworteten ab dem elften Lebensjahr halbjährlich Fragen zur Entwicklung ihrer Geschlechtsmerkmale. 28 % der Mütter hatten im ersten Trimenon der Schwangerschaft geraucht, 6 % mehr als zehn Zigaretten pro Tag. Als potenzielle weitere Einflussfaktoren auf die sexuelle Entwicklung des Nachwuchses berücksichtigten die Autoren unter anderem das Alter der Mutter bei der Entbindung und bei der eigenen Menarche, ihren BMI, ihren Alkoholkonsum sowie das väterliche Rauchverhalten während der Schwangerschaft und postnatale Nikotinexposition.
Für die Söhne ergab sich eine dosisabhängige Beziehung zwischen dem Zigarettenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft und dem Beginn aller Tanner- Stadien. So waren die Genitalien bis zu 5,9 Monate früher ausgewachsen (Tanner V); der Stimmbruch setzte 1,8 bis 3,1 Monate früher ein als bei Söhnen von Nichtraucherinnen. Bei Mädchen zeigte sich eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung nur bei der Brustentwicklung sowie bei der Schambehaarung im Tanner-Stadium III bis V. Die Menarche trat bei Mädchen, deren Mütter im ersten Trimenon viel geraucht hatten, im Schnitt 4,3 Monate früher ein. CW
Quelle: Brix N et al.: Maternal smoking during pregnancy and timing of puberty in sons and daughters: a population-based cohort study. Am J Epidemiol 2019; 188: 47-56

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