Ovarialkarzinom | Gyn-Depesche 4/2019

Risiko-Score sagt Transfusionsbedarf voraus

Patientinnen mit Ovarialkarzinom entwickeln bei der zytoreduktiven Therapie häufig eine Anämie. US-amerikanische Gynäkologen berechneten anhand des individuellen Risikoprofils die Wahrscheinlichkeit, mit der während oder nach der Operation eine Bluttransfusion notwendig wird.
Aus einer nationalen Datenbank für chirurgische Eingriffe extrahierten die Wissenschaftler die Daten von 3.470 Patientinnen, bei denen aufgrund eines Ovarialkarzinoms eine Hysterektomie durchgeführt wurde. 25,7 % von ihnen erhielten perioperativ eine Bluttransfusion. Als unabhängige Risikofaktoren dafür identifizierte man ein höheres Alter, eine afro-amerikanische Abstammung, einen Aszites, einen niedrigen präoperativen Hämatokrit, eine erhöhte Thrombozytenzahl sowie das Vorhandensein von Metastasen. Wahrscheinlicher war ein Transfusionsbedarf zudem, wenn die Operation länger als drei Stunden dauerte, offen abdominal erfolgte oder zusätzliche Maßnahmen wie eine Dickdarm- oder Blasenresektion sowie eine pelvine Exenteration erforderlich waren. Aus den präoperativ bekannten Faktoren und dem geplanten Zugangsweg leitete das Team einen Risiko-Score ab. Die möglichst genaue Einschätzung des Transfusionsbedarfs kann dazu beitragen, sowohl die Patientensicherheit zu verbessern als auch die Kosten der Hysterektomie zu senken. CW
Quelle: Ackroyd SA et al.: A preoperative risk score to predict red blood cell transfusion … Am J Obstet Gynecol 2018; 219: 598.e1-10

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