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Gyn-Depesche 2/2021

So halten es Gynäkolog:innen mit der integrativen Medizin

Trotz der hohen Akzeptanz der Komplementär- und Integrationsmedizin (IM) durch Patient:innen sind bisher nur wenige Daten verfügbar, die die derzeitige Umsetzung durch Angehörige der Gesundheitsberufe im klinischen Alltag belegen. Die Arbeitsgruppe Integrative Medizin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie führte eine Online-Umfrage durch.
Grimm et al. haben Fragebögen von 180 Gynäkolog:innen analysiert, von denen 61 in einer Privatpraxis arbeiteten und 95 in Krankenhäusern beschäftigt waren. 70 % gaben an, dass Konzepte der integrativen Medizin in ihre klinische Routinearbeit implementiert wurden. Die meisten Ärzt:innen berichteten, IM-Methoden in der gynäkologischen Onkologie anzuwenden.
Die Hauptindikationen für IM-Therapien waren Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, klimakterische Symptome und Schlafstörungen. Die am häufigsten empfohlenen Methoden waren Bewegungstherapie, Misteltherapie und Phytotherapie. Gynäkolog:innen, die IM anbieten, waren häufiger weiblich, hatten häufiger Qualifikationen in Anthroposophie oder Naturheilkunde und waren häufiger in Großstädten ansässig. Die Autor:innen schlussfolgern, dass bei Gynäkolog:innen ein starkes Interesse an IM besteht. Die Verfügbarkeit evidenzbasierter Schulungen in IM nimmt zu. Integrative Therapieansätze werden im klinischen Alltag immer häufiger umgesetzt, und integrative Beratungsdienste gibt es in ganz Deutschland. Die Autor:innen schlagen vor, dass die Bemühungen sich auf die Erweiterung des evidenzbasierten Wissens über IM sowohl in der Gynäkologie als auch in der gynäkologischen Onkologie konzentrieren sollten. GFI
Quelle: Grimm D et al.: Gynecologists‘ a attitudes toward and use of complementary and integrative medicine approaches: results of a national survey in Germany. Arch Gynecol Obstet 2020; Nov 17. doi: 10.1007/s00404-020-05869-9. X
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