Beckenschmerz in der Schwangerschaft | Gyn-Depesche 8/2005

Standardtherapie plus Akupunktur hilft

Der Beckenschmerz ist ein häufiges Phänomen in der Schwangerschaft. 7% der betroffenen Frauen leiden auch nach der Schwangerschaft noch an den Symptomen und sind dadurch in Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Die Effizienz der bisher angewandten Standardtherapie überzeugte nicht. Einer schwedischen kontrollierten Studie zufolge scheint Akupunktur erfolgversprechend zu sein.

Schwangere in der zwölften bis 31. SSW mit Beckenschmerzen (n = 386) erhielten sechs Wochen lang entweder eine Standardtherapie, eine Standardtherapie plus Akupunktur oder eine Standardtherapie plus stabilisierende Übungen. Die Standardtherapie beinhaltete einen Beckengurt, ein Übungsprogramm und eine Unterweisung; im Stabilisierungsprogramm waren Kräftigungsübungen für die tiefe Lenden-Becken-Muskulatur und dynamische Übungen zur Verbesserung von Kraft, Mobilität und Ausdauer der Oberflächenmuskulatur integriert. Die besten Ergebnisse wurden in der Akupunktur-Gruppe erzielt. Hier reduzierte sich schon nach einer Therapiewoche die Schmerzintensität auf der 100-Punkte-Schätzskala von 23 auf 15 Punkte am Morgen und von 65 auf 31 Punkte am Abend. Durch stabilisierende Übungen ließen die Schmerzen am Morgen und am Abend im Vergleich zur Standardtherapiegruppe ebenfalls deutlich nach. Nach Abschluss der Therapie hatten sich bei Patientinnen der Akupunktur-Gruppe die Symptome (einseitiger Iliosakralschmerz mit und ohne Symphysenschmerz) und die Ergebnisse der Provokationstests (Symphysenpalpation, Patrick- und Trendelenburg-Test) am deutlichsten verbessert. (AK)

Quelle: Elden, H: Effects of acupuncture and stabilising exercises as adjunct to standard treatment in pregnant women with pelvic girdle pain: randomised single blind controlled trial, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe 330 (2005), Seiten: 761-764

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