Menopause und HRT | Gyn-Depesche 1/2019

Symptome und Therapie werden unterschätzt

Bevor sie in die Wechseljahre kommen, scheinen deutsche Frauen zwar besser über die Menopause informiert zu sein als andere Europäerinnen, unterschätzen aber die negativen Auswirkungen dieses Lebensabschnitts und sind sich über die Behandlungsmöglichkeiten nicht bewusst.

Die Umfrage zum Thema Wechseljahre schloss 6.061 Frauen im Alter von 45 bis 55 Jahren aus sechs Ländern ein, berichtete Dr. Katrin Schaudig, Hamburg, auf einer Veranstaltung von Mylan. Aus Deutschland nahmen 1.007 Frauen teil. 70 % der Teilnehmerinnen befanden sich in den Wechseljahren bzw. wiesen entsprechende Symptome auf.
Sieben von zehn der Befragten glaubten, über die Wechseljahre informiert zu sein. Sehr gut informiert fühlten sich allerdings nur 23. Viele prämenopausale Frauen hatten unklare Vorstellungen von den Symptomen, die sie erwarteten. Sie nannten Hitzewallungen, übermäßiges Schwitzen, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme, brachten aber andere häufige Symptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, geringe Libido, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie Gelenk- und Muskelsteifigkeit nicht mit den Wechseljahren in Verbindung.
Das Ergebnis entspricht den Beobachtungen von Dr. Anneliese Schwenkhagen, Hamburg, aus ihrer Praxis. „Auch wenn Frauen unter diesen Symptomen leiden, assoziieren sie diese oft nicht mit den Wechseljahren. Viele nehmen auch deshalb keine ärztliche Hilfe in Anspruch, weil sie glauben, diese Symptome ,gehören dazu und müssen ertragen werden, da sie nicht behandelt werden können‘“, so Schwenkhagen.
Demgegenüber berichten Frauen, die eine Hormonersatztherapie (HRT) nutzen, dass die Therapie nicht nur die Symptome – vor allem Hitzewallungen, Schwitzen, Stimmungsschwankungen und Herzklopfen – lindert, sondern darüber hinaus die Lebensqualität insgesamt verbessert.
Die Gynäkologinnen empfehlen, die Frauen ganzheitlich zu betreuen. Dazu gehört eine umfassende Aufklärung über die Bedeutung einer gesunden Lebensweise und eine ergänzende Therapie, z. B. in Form einer HRT, die dann abhängig von der individuellen Situation der Patientin angeboten werden kann. AY
Quelle:

Fachpressekonferenz„Tabuthema Menopause“, Frankfurt am Main, 22.11.2018

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