Adipositas | Gyn-Depesche 3/2019

Thromboserisiko steigt mit dem Gewicht

Dass Adipositas ein Risikofaktor für eine schwangerschaftsassoziierte venöse Thromboembolie (VTE) ist, wusste man bereits. Eine große US-amerikanische Kohortenstudie belegt jetzt, dass die Höhe dieses Risikos unabhängig von anderen Faktoren proportional mit dem BMI steigt.

Aus Klinikregistern des Staates Kalifornien gingen die Daten von fast 2,5 Millionen Entbindungen hervor. Die Frauen wurden anhand ihres präkonzeptionellen BMI in sechs Gruppen eingeteilt: mit Untergewicht (< 18,5 kg/m²), Normalgewicht (18,5 - 24,9 kg/m²), Übergewicht (25 - 29,9 kg/m²), Adipositas Klasse I (30 - 34,9 kg/m²), Adipositas Klasse II (35 - 39,9 kg/m²) und Adipositas Klasse III (≥ 40 kg/m²). Bei 0,04 % von ihnen wurde eine VTE-Diagnose vor der Entbindung verzeichnet, bei weiteren 0,04 % innerhalb von neun Monaten danach. In 0,01 % der Fälle kam es zu einer VTE während des Klinikaufenthalts anlässlich der Entbindung.
Sowohl während der Schwangerschaft als auch danach stieg die Prävalenz einer VTE mit zunehmendem BMI an: von 0,02 % bei Untergewichtigen bis auf 0,11 % (präpartal) bzw. 0,13 % (postpartal) bei extrem fettleibigen Frauen. Im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen wiesen die übergewichtigen insgesamt ein um etwa ein Viertel höheres VTE-Risiko auf. Bei Adipositas Klasse III kletterte es sogar auf rund das Dreifache. Mögliche Störfaktoren wie Patientinnenalter, Nikotinkonsum und Parität waren dabei bereits berücksichtigt. In der Gruppe der geburtsassoziierten VTE-Fälle fand sich kein Zusammenhang mit dem BMI.
Nach Ansicht der Studienautoren sollte man aufgrund ihrer Ergebnisse eine Klasse- III-Adipositas als einen unabhängigen Risikofaktor für eine schwangerschaftsassoziierte VTE werten und bei Klinikaufenthalten entsprechend eine Thromboseprophylaxe in diesem Klientel veranlassen. CW
Quelle:

Butwick AJ et al.: Prepregnancy maternal body mass index and venous thromboembolism: a population-based cohort study. BJOG 2019; 126: 581-8

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