Adjuvantierte Influenza-Vakzine

Gyn-Depesche 5/2013

Weniger fetale Komplikationen nach Impfung

Seit 2010 empfiehlt die STIKO eine Grippeschutzimpfung auch für alle Schwangeren ab dem zweiten Trimenon. Zur Sicherheit von Vakzine mit Adjuvans in der Schwangerschaft lagen bislang jedoch nur wenige Studien vor.

Von über 30 000 Entbindungen in 49 argentinischen Kliniken hatten 7293 Mütter (24%) in der Schwangerschaft den Influenza-A/H1N1-Impfstoff mit dem Adjuvans MF59 erhalten. Knapp 40% waren im ersten Trimenon geimpft worden, die Hälfte im zweiten, rund 10% im dritten.

Durch die Impfung sank die Rate an perinatalen Komplikationen signifikant: Der kombinierte Studienendpunkt aus niedrigem Geburtsgewicht, Frühgeburt und fetalem oder neonatalem Tod trat bei 7,0% der geimpften und 9,3% der nicht geimpften Frauen ein. Nach Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren reduzierte die Grippeimpfung das Risiko für niedriges Geburtsgewicht um 26% und das Frühgeburtsrisiko um 21%. Auch die perinatale Mortalität sank deutlich (allerdings ohne statistische Signifikanz).

Bedenken, der verstärkte „Schweinegrippe“-Impfstoff könne Schwangeren oder deren Fetus schaden, sollen durch die verbesserte Datenlage ausgeräumt werden. Die Studienautoren hoffen, dass die relativ niedrige Durchimpfungsrate Schwangerer künftig steigt und dadurch schwerwiegende Komplikationen für Mutter und Kind durch eine Influenza-Infektion vermieden werden. CW

Quelle: Rubinstein F et al.: Influenza A/H1N1 MF59 adjuvanted vaccine in pregnant women and adverse perinatal outcomes: multicentre study, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe (2013)
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