OP bei Stressinkontinenz | Gyn-Depesche 4/2019

Wie oft werden Bänder wieder entfernt?

Jede dritte Frau bekommt es irgendwann in ihrem Leben mit Stressinkontinenz zu tun. Harnröhrenschlingen-Operationen sind die am häufigsten angewendete Operation für diese Indikation. In einer aktuellen Veröffentlichung wurde nun untersucht, wie häufig die Bänder wieder entfernt werden mussten.
Wissenschaftler aus England haben nun bei mehr als 95.000 Frauen retrospektiv untersucht, wie häufig Bänder wieder entfernt wurden. Bei ihnen war zwischen 2005 und 2015 erstmals eine Bandoperation durchgeführt worden; der Analyse-Zeitraum endete im April 2016.
Das mediane Alter der Frauen betrug 51 Jahre; bei gut 60.000 war das Band retropubisch eingesetzt worden, bei knapp 35.000 transobturatorisch. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 5,5 Jahre. Die Ergebnisse: Die Entfernungsrate insgesamt betrug nach einem Jahr 1,4 %, nach fünf Jahren 2,7 % und nach neun Jahren 3,3 %. Dabei nahm das Risiko für eine Entfernung mit dem Alter ab. Nach neun Jahren war die Entfernungsrate nach einer transobturatorischen geringer als nach einer retropubischen Insertion (2,7 % vs. 3,6 %). Diese Ergebnisse können aus Sicht der Autoren Frauen und Operateure in ihren Entscheidungen über eine mögliche chirurgische Behandlung der Stressinkontinenz unterstützen. BA
Quelle: Gurol-Urganci I et al.: Long-term rate of mesh sling removal following midurethral mesh sling insertion … JAMA 2018; 320: 1659-69

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