Gyn-Depesche 1/2010

Wie postmenopausale Blutungen abklären?

Vaginale Blutungen sind bei mehr als 90% der Fälle von Endometriumkarzinom das kennzeichnende Symptom. Deshalb muss bei solchen Blutungen verlässlich geklärt werden, ob es sich um diese Ursache handelt.

Die beiden wichtigsten Methoden, um Klarheit zu schaffen, sind die Endometrium-Biopsie und die Sonographie. Letztere hat einen hohen negativen Vorhersagewert, wenn die Endometrium-Dicke nicht mehr als 4 mm beträgt. Die Treffsicherheit einer Biopsie mit einer Saugkü­rette ist begrenzt. Oft ist das gewonnene Material für die Diag­nostik unbrauchbar. Dann kann man die Sonographie anschließen und bei negativem Ausfall die Diagnostik beenden. Werden allerdings mehr als 4 mm gemessen oder wenn die Blutungen wiederkehren, sind weitere Untersuchungen fällig.

Liegen keine Blutungen vor, sollte man nicht mittels Ultraschall nach einem En­dometriumkarzinom suchen. Die Relevanz einer Uterusdicke von mehr als 4 mm in dieser Situation ist nicht geklärt.

Der transvaginale Ultraschall liefert nicht in allen Fällen brauchbare Ergebnisse. Axialer Uterus, starke Adipositas, Myome oder frühere Eingriffe am Uterus können die Auswertung erschweren.

Nach US-Richtlinien sind Methoden wie Sonohysterographie oder Hysteroskopie indiziert, wenn sich mit transvaginalem Ultraschall mehr als 4 mm Endometriumsdicke ergeben oder eine Auswertung des Sonogramms nicht möglich ist. WE

Quelle: ACOG Comittee Opinion No. 426: The role of transvaginal ultrasonography in the evaluation of postmenopausal bleeding, Zeitschrift: OBSTETRICS AND GYNECOLOGY, Ausgabe 113 (2009), Seiten: 462-464
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