Gebärmutterhals-Länge | Gyn-Depesche 1/2009

Zu lang ist auch nicht gut

Eine zu kurze Zervix in der Schwangerschaftsmitte disponiert zu Spontanaborten. In Cambridge wurde jetzt untersucht, ob ein langer Gebärmutterhals bei Erstgebärenden mit dem Sectio-Risiko während der termingerechten Geburt korreliert.

In die Studie wurden 22 472 Primiparae, die termingerecht ein lebendes Kind gebaren, eingeschlossen und deren Gebärmutterhals in der 22. bis 24.SSW – gemessen in transvaginalen Ultraschallaufnahmen – 16 mm oder länger war.

Frauen in der untersten Quartile (16 bis 30 mm Zervixlänge) hatten die niedrigste Kaiserschnitt-Rate (16%); die Häufigkeit war signifikant größer sowohl in der zweiten (31 bis 35 mm, 18,4%), der dritten (36 bis 39 mm, 21,7%) als auch in der vierten Quartile (40 bis 67 mm, 25,7%). Die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts war bei Frauen mit Zervixlänge in der obersten Quartile deutlich höher (Odds Ratio 1,81) als bei den Frauen in der niedrigsten Quartile. Die Adjustierung für Alter, BMI, Raucherstatus, ethnische Gruppe, Gestationsalter bei Geburt, spontane vs. induzierte Geburt, Geburtsgewicht-Perzentile und Entbindungskrankenhaus veränderte den Zusammenhang zwischen Kaiserschnitthäufigkeit und Zervixlänge nur geringfügig, dagegen war diese Assoziation durch das Merkmal „nachlassende Wehen“ verstärkt. JC

?! Nachlassende Wehen sind bei termingerechter Geburt allgemein die häufigste Indikation für einen Kaiserschnitt. Die Resultate der vorliegenden Studie, die den Zusammenhang zwischen der Zervixlänge in der Mitte der Schwangerschaft und dem Risiko eines Kaiserschnitts belegen, bekräftigen die Auffassung, dass nachlassende Wehen bei einer termingerechten Geburt mit Störungen in der Uterusentwicklung schon in früheren Stadien der Schwangerschaft zusammenhängen.
Quelle: Smith, GCS: Cervical Length at Mid-Pregnancy and the Risk of Primary Cesarean Delivery, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 358 (2008), Seiten: 1346-1353

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