Psychopharmaka bei Frauen | Gyn-Depesche 2/2020

Zyklus-adaptiert therapieren

Während des ovulatorischen Zyklus der Frau kommt es zu hormonellen Schwankungen. Diese betreffen zahlreiche Körperfunktionen. Trotz dieses Wissens erfolgt die Dosierung von Psychopharmaka in den allermeisten Fällen nicht Zyklus-adaptiert. Vielleicht ein Fehler.
Die Symptome einer Schizophrenie können sich während der Menstruationszyklus einer Frau verändern. Das führt aber auch dazu, dass das Ansprechen auf entsprechende Medikamente flfluktuieren kann. Zum Beispiel weisen Frauen bei gleicher Dosierung einen höheren Olanzapin- Spiegel auf als Männer. Man sollte also auch nicht Männer und Frauen bzgl. der Dosierung über einen Kamm scheren. Olanzapin wird überwiegend über CPY1A2 metabolisiert. Und dieses Zytochrom ist bei Frauen möglicherweise weniger aktiv, und es wird vermutet, dass die Expression von CYP1A2 den Olanzapin-Metabolismus beeinflflusst. Und so beeinflflusst der weibliche Zyklus den Metabolismus der Therapeutika.
Allerdings konstatieren die Autoren auch, dass man aktuell noch nicht genug weiß, um eine Pharmakotherapie tatsächlich an den Zyklus anzupassen – es fehlen konkrete Daten, um wie viel eine Dosis ggf. erhöht oder wohl häufifiger reduziert werden sollte. Die Autoren fordern mehr Studien, in denen Zyklus-abhängig therapiert wird. CB
Quelle: Yum SK et al.: The problem of medicating women like men: conceptual discussion of menstrual cycle-dependent psychopharmacology. Transl Clin Pharmacol 2019; 27: 127-33

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